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Halabja

Es war der 14. des Monats;
auf Goyja entführte der Wind meine Feder.
Als ich sie fand und damit schrieb,
flogen meine Worte in Schwنrmen.

Es war der 15. des Monats;
der Sirwan spülte meine Feder weg.
Als ich sie einfing und damit schrieb,
wurden meine Gedichte zu Fischen.

Es war der 16. des Monats!
Ah, du sechzehnter Tag!
Als Scharazoor meine Feder von mir nahm
und sie mir zurückgab, damit ich schreibe,
waren meine Finger vertrocknet
wie Halabja!
 

Halabja« (Halabdscha): Historische Stadt im irakischen Teil Kurdistans,
in der am 16. März 1988 durch den Einsatz von Giftgas fünftausend Menschen
ums Leben kamen, weitere fünftausend schwer verwundet und Tausende von Tieren
getِtet und die Landschaft verwüstet wurde.
»Goyja« (Goydsche): Berg in der Provinz Sulaimanya im irakischen Kurdistan.
»Sirwan«: Fluك bei Sulaimanya.
»Scharazoor«: Ebene ِstlich von Sulaimanya, in der auch die Stadt Halabja liegt.

 

People Leute

Die unten abgebildeten Farbbilder stammen von der kurdischen Stadt Halabja, die 1988 auf Anordnung von Saddam Hussein mit Giftgas von Kampfflugzeugen bombardiert wurde. Dabei kamen etwa 5.000 Kurden ums leben und 10.000 wurden schwer verletzt.

Die unten abgebildeten Farbbilder stammen von der kurdischen Stadt Halabja, die 1988 auf Anordnung von Saddam Hussein mit Giftgas von Kampfflugzeugen bombardiert wurde. Dabei kamen etwa 5.000 Kurden ums leben und 10.000 wurden schwer verletzt.

Die anderen Bilder sind von 1925, der kurdisch-türkischen  "Brüderschaft". Nachdem Türkei  erobert wurde, kam es zum Krieg zwischen Kurden und Türken, da der Vertrag  von den Türken nicht eingehalten wurde. Es war so gesehen, dass Türkei auf  ihnen eingeteilt werden sollte. Doch dies geschah nicht 200 kurdische Dörfer wurden zerstört und 15.000 Kurden starben.

Die anderen Bilder sind von 1925, der kurdisch-türkischen  "Brüderschaft". Nachdem Türkei  erobert wurde, kam es zum Krieg zwischen Kurden und Türken, da der Vertrag  von den Türken nicht eingehalte 

In den frühen Morgenstunden des 16. Mنrz 1988 flog eine Formation irakischer Kampfflugzeuge die kurdische Stadt Halabja an. Geladen hatten sie eine tِdliche Fracht: Kampfgas, das mit deutscher Hilfe in den Chemiefabriken des irakischen Staates hergestellt wurde.
"Insektenvernichtungsmittel", wie es im offiziellen Sprachgebrauch hieك, Gift zur Vernichtung von Menschen, für "Perser, Juden und andere Insekten" produziert, wie Tarik Aziz, heute Vizeprنsident des Irak, dem früheren Leiter der UN-Waffenkontrollteams Richard Buttler erklنrte.

  Die Piloten mussten so tief über Halabja hinwegfliegen, um ihre tِdliche Fracht in Mitten der Stadt zu placieren, dass Passanten die Kennungen auf ihren Tragflنchen lesen konnten. Als sich das Gift verteilte, war es bereits zu spنt zu fliehen. 5.000 Menschen, Mنnner, Frauen und Kinder, starben an diesem Tag in Halabja einen grausamen Tod. ـber 10.000 wurden lebensgefنhrlich verletzt, viele von ihnen verstarben spنter an den Folgen des Angriffs. Der Rest der Bevِlkerung floh, ihre Hنuser wurden von nachrückenden irakischen Truppen niedergewalzt.
          

  Halabja ist zum Symbol für den Krieg des irakischen Regimes gegen die eigene Bevِlkerung geworden. Denn der Angriff des 16. Mنrz ist kein Einzelfall geblieben. 4.500 kurdische Siedlungen wurden zerstِrt, 180.000 Menschen im kurdischen Nordirak verschleppt oder ermordet. In mindestens 42 Fنllen hat das irakische Regime nachgewiesenermaكen Giftgas gegen die kurdische Bevِlkerung eingesetzt. Die lنndliche Bevِlkerung wurde zusammengetrieben, Jungen und Mنnner zwischen 15 und 50 Jahren wurden auf Lastwagen abtransportiert. Ihre Spur verliert im Südirak. Die restliche Bevِlkerung wurde in militنrisch bewachte Sammelstنdte deportiert. War eine Region von „Rebellen befreit“, sprach man von einem Akt der „Reinigung“.

             

Dies alles geschah auf den Befehl der irakischen Regierung, vor Ort organisiert von Hasan Ali Majid, Cousin und Vertrauter von Staatsprنsident Saddam Hussein und von diesem mit umfassenden Vollmachten zum Massenmord ausgestattet. Umgesetzt wurde es mit der Hilfe deutscher Unternehmen, die im groكen Stil Rohstoffe, Fertigungsanlagen und Know-How zur Produktion von Massenvernichtungswaffen an das irakische Regime geliefert haben – über Jahre. Die Erkenntnisse der Ende der Achtziger Jahre eingesetzten Parlamentarischen Untersuchungskommission, die Ermittlungen der Darmstنdter Staatsanwaltschaft im sogenannten „Giftgasverfahren“, die Quellen und Dokumente internationaler Organisationen legen nahe, dass dies der Bundesregierung bekannt war. Konsequenzen daraus wurden nicht gezogen.

Im gesamten Irak hat das Regime Saddam Husseins unzنhlige Verbrechen an der eigenen Bevِlkerung verübt. Die Menschen des Südirak wurden nach der Niederschlagung der Volksaufstنnde grausam dafür bestraft, dass sie sich gegen ihre Unterdrücker erhoben. 40.000 Menschen wurden ermordet, zehnmal so viele aus ihren Dِrfern vertrieben oder deportiert. Die südirakischen Marschen, ein natürliches Sumpfgebiet in der Grِكe des Bundeslandes Hessen, wurden trockengelegt, den Bewohnern die Existenzgrundlage entzogen, ihre Siedlungen mit Napalm bombardiert.

Tausende Menschen werden überall im Land unter furchtbaren Bedingungen in Haft gehalten. Kurden und Araber, Assyrer, Yeziden & Turkmenen, Suniten, Schiiten und Christen. In den Gefنngnissen wird gefoltert und willkürlich getِtet. 16.000 Namen hat Amnesty International gesammelt von Menschen, die einfach „verschwanden“. All dies ist noch nicht Vergangenheit, all dies ist im Bewusstsein aller Iraker jeden Tag prنsent.

   

 Heute, 15 Jahre nach dem Angriff auf Halabja, leiden Menschen aus der Stadt an Nervenlنhmungen, Hautkrankheiten, Tumoren und Schنden an Lunge und Atemwegen, an hنufigen Fehlgeburten. Forschungen vor Ort haben ergeben, dass das Giftgas genetische Verنnderungen bewirkt hat. Auch heute noch haben diese Menschen Angst, obwohl groكe Teile der kurdischen Region seit 1991 selbstverwaltet sind. Saddam Hussein droht noch immer damit, an den Kurden Rache zu üben und sie erneut mit Giftgas und Krieg zu überziehen.

 

Bis heute auch wartet die kurdische Bevِlkerung vergebens auf ein Zeichen aus Deutschland. Keine Ansprache, keine diplomatische Note, keine Feierstunde- kurz: KEIN WORT, mit dem die Bundesregierung ihr Bedauern darüber ausgedrückt hنtte, dem irakischen Regime beim Mord an den Kurden adjutiert zu haben.

Die Menschen im kurdischen Nordirak haben in den vergangenen Jahren die Region wieder aufgebaut. Dort ist unter schwierigen Bedingungen ein demokratisches Experiment entstanden, das wegweisend für die Entwicklung des gesamten Irak sein kِnnte. Gemeinsam mit anderen irakischen Oppositionsparteien aller Bevِlkerungsgruppen haben sich die Kurdischen Parteien auf ein Grundsatzprogramm für einen Staat nach Saddam Hussein geeinigt, ein Staat, der demokratisch, fِderal und demilitarisiert sein soll, in dem erstmals die Rechte des Einzelnen als Staatsbürger zنhlen – unabhنngig von seiner Herkunft, seinem Glauben oder seiner politischen ـberzeugung. Und ein Staat, der erstmals auch bereit für einen Frieden mit allen Nationen im Nahen Osten.

Dieses Programm benِtigt dringend Unterstützung, damit es Wirklichkeit werden kann. Bis heute aber weigert sich die Bundesregierung, mit der irakischen Opposition auch nur zu sprechen. Der Wunsch der irakischen Menschen nach Befreiung von der Diktatur wird weiter ignoriert.